Brücken bauen trotz Abstand und Unterschieden

Die leichte Ansteckbarkeit von Sars2 erfordert dass wir Abstand halten. Dazu kommen verschiedene, oftmals starke, Meinungen zur Corona-Pandemie. Owohl (oder gerade weil) letztlich alle in Ungewissheit schweben. Es ist die Zeit der Petitionen und Demonstrationen, oftmals leider der scharfen Töne und tiefen Gräben; bedauerlicherweise auch der Lobbyisten.

Unsere Lebensumstände, Charaktere und Einstellungen, aber vor allem unsere Gefühle prägen unsere Bewertung des Geschehens. Angst ist nach wie vor prägend, aber nicht mehr nur vor dem Virus.

Manche fühlen sich oder ihre Liebsten bedroht durch eine mögliche Covid19 Erkrankung und haben Angst dass sich andere zu leichtfertig verhalten, andere leiden mehr unter den Hygiene-Maßnahmen und Folgen des Lock downs: manche haben Angst um ihre wirtschaftliche Existenz, es gibt Sorgen um die seelische Gesundheit vor allem von Kindern/Jugendlichen und um den langanhaltenden Verlust demokratischer Grundrechte, Familien kommen an ihre Belastungsgrenzen. Manche hoffen auf eine Impfung, andere haben Angst vor Zwangsimpfungen.

Alle Ängste und Sorgen haben ihre guten Gründe. Was für den/die eine*n richtig ist, muss nicht für alle gelten. Toleranz und Verständnis für andere sind gefragt.

Um das Gefühl der Verbundenheit zu nähren ist es wichtig sich klar zu machen, dass niemand die Wahrheit und Weisheit gepachtet hat. Niemand kann sicher wissen wie so eine Pandemie verläuft und welcher Umgang damit optimal ist.

Gleichzeitig können Ungerechtigkeiten und unterschiedliche Einschätzungen nicht einfach weggewischt werden.

Werte müssen neu ausgehandelt werden, dazu braucht es eine konstruktive, respektvolle Streitkultur. Demokratische Meinungsfreiheit ist auf jeden Fall die Basis. Was sollte unter welchen Umständen gelockert werden und womit können wir warten? Wohin soll finanzielle Unterstützung fließen? Ist es gerechtfertigt dass Kita’s und Schulen über lange Zeit geschlossen sind? Sollte Reisen wieder möglich sein? Was ist gesundheitspolitisch sinnvoll? Alles schwierige (Streit-) Fragen.

Neben den Streitfragen können wir uns auf die gemeinsamen Werte udn verbindenden Erfahrungen, jenseits von Corona, besinnen.

Wir können uns erinnern an die Verunsicherung, aber auch die Hilfsbereitschaft, als alles los ging. Wir können uns (wieder) bewusst machen wie verletzlich wir sind, wie sehr wir von anderen Menschen und einer intakten Natur abhängig sind.

Zum Glück kommt ja der Sommer